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15 Jahre SKP

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Kai Ostermann und Dr. Johannes Evers im Gespräch

Mit Mut und Unternehmergeist zum Erfolg

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Mit Mut und Unternehmergeist zum Erfolg

Als gemeinsame Tochter von Deutscher Leasing, Berliner Sparkasse und – seit 2024 – der SKP-Verbundgesellschaft hat die S-Kreditpartner GmbH in den vergangenen 15 Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen.

Kai Ostermann und Dr. Johannes Evers, zwei der prägenden Köpfe der SKP-Geschichte, diskutierten im Rahmen der Jubiläumsfeier zu „15 Jahre SKP“ darüber, wie alles begann, was die SKP bis heute ausmacht und was für die Zukunft entscheidend wird. Das folgende Interview greift die zentralen Gedanken der gemeinsamen Talkrunde auf und verdichtet sie zu einem Rückblick mit Perspektive.

Das Jubiläum bietet Anlass, um zurückzublicken. Wie kam die Zusammenarbeit von Deutscher Leasing und Berliner Sparkasse, damals Landesbank Berlin, eigentlich zustande?

Kai Ostermann: Man kann sagen, es begann mit einer Idee und damit, dass Menschen zusammenkamen und sagten: Wir sollten das gemeinsam anpacken. Bei der Deutschen Leasing gab es den S-Autokredit, das Geschäft war ausbaufähig. Und in der Berliner Sparkasse bzw. damals LBB gab es erste Ansätze für einen bundesweiten Konsumentenkredit. Wir haben geschaut, wie wir Kompetenzen zusammenführen und ein tragfähiges Geschäft aufbauen können.

Dr. Johannes Evers: Ganz genau. Ich erinnere mich, wie unser damaliger Sparkassenpräsident Herr Haasis sagte: Die Sparkassen brauchen so etwas wie die Teambank. Und dafür brauchen wir Unternehmer. Also habe ich mich bei den Unternehmern in der Gruppe umgeschaut. 2009 lernten Heinz-Günter Scheer und ich in Bad Homburg bei der Deutschen Leasing Kai Ostermann und seinen Vorgänger Hans-Michael Heitmüller kennen. Dann stand fest, auch Jan Welsch ist im Boot. Ihn kannte ich noch von der Allbank und wusste, der hat Benzin im Blut. Ich dachte damals: Das Team passt, das machen wir.

Die Teambank war mit den Volksbanken und dem easycredit zu der Zeit bereits am Markt positioniert. Die Sparkassen hinkten ganz schön hinterher, oder?

Ostermann: First Mover waren wir beim Konsumentenkredit jedenfalls nicht. Der Wettbewerb, allen voran die Teambank, war uns weit enteilt, das kann man definitiv sagen. In der Gruppe gab es ein ähnliches regionales Modell, die readybank in Nordrhein-Westfalen. Ich weiß es noch genau, die Kollegen waren zunächst wenig erfreut über unser Vorhaben für ein bundesweites Joint Venture und haben uns die kalte Schulter gezeigt. Aber als wir wirklich loslegten, sah das schnell anders aus. Vier Monate nach SKP-Gründung war die readybank mit an Bord.

Die Gründung war unkonventionell: Zwei Unternehmen schlossen sich zusammen und gründeten ein Verbundunternehmen ohne Umwege über Sparkassen-Gremien. Wie war das überhaupt möglich?

Ostermann: Richtig ist: Die SKP war keine Idee, die aus Ausschüssen oder Verbandsgremien heraus geboren wurde. Wir haben als Gesellschafterhäuser selbst die unternehmerische Verantwortung für unsere Tochterbank getragen. Das war ein sehr bewusster unternehmerischer Schritt mit eigenem Ressourceneinsatz und eigenem Invest, in den natürlich die Sparkassen als Gesellschafter und Partner eingebunden waren.

Ich denke, dieser Mut von damals hat auch zu der Start-up-Mentalität beigetragen, die man der SKP zuschreibt. Alle gingen mit viel Unternehmergeist ans Werk. Und natürlich mit einem klaren Ziel, nämlich das Konsumentenkreditgeschäft in der S-Finanzgruppe neu zu organisieren und professioneller, skalierbarer, stärker integriert zu gestalten. Wir haben das gemacht, weil wir überzeugt waren, dass die Idee sowohl für die Sparkassen als auch für uns wertschöpfend ist.

„Das war ein sehr bewusster unternehmerischer Schritt mit eigenem Ressourceneinsatz und eigenem Invest.“

Kai Ostermann

Würden Sie jetzt nach 15 Jahren sagen, die SKP hat immer noch diese Start-up-Mentalität?

Evers: Ja – und sie ist gleichzeitig erwachsen geworden. Das gehört beides zusammen. Ich nehme bei S-Kreditpartner immer noch eine gewisse Neugier wahr: Kommt da ein Problem? Super, wir finden eine Lösung! Man kann den Spezialisten der SKP manchmal beneiden, weil er in der Lage ist, in Probleme im Detail einzudringen, tiefe Analysen zu machen und dann mit klasse Lösungen aufzutauchen. Diese Fähigkeit hat sich das Unternehmen bewahrt. Und gleichzeitig kann man bei weit über 800 Mitarbeitern und 15 Jahren Geschichte auch nicht mehr von Teenies reden. Das ist schon eine erwachsene Bank mit einem gewaltigen Bankbetrieb, der organisiert werden muss. Das ist nicht ohne. Manche Startups schaffen den Weg aus dem Sandkasten nicht. S-Kreditpartner hat es geschafft.

„Ich nehme bei S-Kreditpartner immer noch eine gewisse Neugier wahr: Kommt da ein Problem? Super, wir finden eine Lösung!“

Dr. Johannes Evers

Wie haben Sie die Zusammenarbeit zwischen Gesellschaftern und Unternehmen in den Jahren erlebt?

Ostermann: Kurze Wege, schnelle Entscheidungen – das haben wir uns über die Jahre erhalten, vielleicht sogar noch weiterentwickelt. Nicht nur die Gründungsphase war gut. Schritt für Schritt ist aus dem Enkel der Sparkassen ein eigenständiger Verbundpartner geworden, der heute große Akzeptanz genießt und regelrecht Fans hat. Die jüngste Wegmarke war, die Gesellschafterverhältnisse neu aufzustellen. Damit sind die Sparkassen jetzt über die S-Verbundgesellschaft nochmal enger an die SKP herangerückt.

Ein Jubiläum ist immer auch eine Standortbestimmung. Wo steht die SKP?

Ostermann: Die Geschäftszahlen sprechen für sich. Die Zahl der Kooperationen ist stetig gewachsen. Fast zwei Drittel der Sparkassen arbeiten heute in einer Vollkooperation mit S-Kreditpartner zusammen. Das Neugeschäft hat sich über die Jahre dynamisch entwickelt, mittlerweile sind wir bei deutlich über 5 Milliarden Euro Neugeschäft im Jahr angekommen. Auch der Kreditbestand hat neue Dimensionen erreicht. Aus einer Idee ist ein geschätzter Verbundpartner und ein Unternehmen mit einer Spezialkompetenz geworden, das dem Verbund wirklich Mehrwerte liefert.

Hand aufs Herz: Haben Sie 2011 an diese Erfolge geglaubt?

Ostermann: Wenn man mich 2011 gefragt hätte, ob wir in zehn Jahren die Teambank und den easycredit eingeholt, gar überholt hätten – ich hätte dagegen gewettet. Einfach weil die Teambank schon viel Vorsprung hatte. Dass diese Aufholjagd geglückt ist, ist eine Bombenleistung.

Daran haben viele ihren Anteil. Welche Rolle spielen die Menschen?

Ostermann: Mit den Geschäftsführern Herrn Scheer und Herrn Welsch haben wir die richtige Wahl getroffen, nicht nur für die Gründung. Sie sind aus meiner Sicht ein sehr starkes unternehmerisches Duo. Die beiden schaffen es – natürlich nur zusammen mit ihrer ganzen Mannschaft –, immer wieder neue Impulse zu setzen. Hier kommen unterschiedliche Stärken zusammen und genau das macht die Qualität eines Teams aus. Unterschiedliche Perspektiven, aber gemeinsame Verantwortung.

„Hier kommen unterschiedliche Stärken zusammen und genau das macht die Qualität eines Teams aus.“

Kai Ostermann

Sie haben mal gesagt, die SKP habe nicht nur Prozesse verbessert, sondern eine neue Haltung zum Konsumentenkredit geschaffen. Was meinen Sie damit konkret?

Evers: Der Konsumentenkredit wurde in der Sparkassenorganisation eher mit Zurückhaltung betrachtet, was unter anderem dazu führte, dass wir Marktanteile verloren haben. Ich bin der Ansicht: Zum Konsumentenkredit braucht man eine Haltung, und zwar eine Haltung der Verantwortung. Sparkassen tragen die Verantwortung dafür zu sorgen, dass Menschen sich ihre Wünsche erfüllen können, aber eben in dem Maße, wie es zu ihrem Leben passt. Dazu gehört auch, ihnen beiseite zu springen, wenn sie in finanzielle Not geraten. Diese Haltung zu entwickeln und den Konsumentenkredit mit der Sparkassenidee zu vereinbaren, war auch eine Mission von S-Kreditpartner. Wir gewinnen mit der SKP auch deshalb Marktanteile zurück, weil die Haltung transportiert wird. Das holt die Menschen ab.

„Den Konsumentenkredit mit der Sparkassenidee zu vereinbaren, war auch eine Mission von S-Kreditpartner.“

Dr. Johannes Evers

Was wünschen Sie sich von der SKP in der Zukunft?

Ostermann: Die SKP ist entstanden, weil der Verbund im Konsumentenkreditgeschäft nicht nur reagieren, sondern gestalten wollte. Sie wird sich auch künftig daran messen lassen müssen, ob sie Entwicklungen früh erkennt, ob sie Lösungen schnell in die Breite bekommt und ob sie die Sparkassen dabei unterstützt, an der Schnittstelle zum Kunden stark zu bleiben.

Was muss konkret passieren, um erfolgreich zu bleiben?

Ostermann: Die Sparkassen bringen gute Voraussetzungen mit, um neuen Anbietern die Stirn zu bieten: eine breite Kundenbasis, Vertrauen, enorme regionale Verankerung. Aber diese Stärke wird sich in der Zukunft nur entfalten, wenn sie mit technologischer Skalierbarkeit, guten Datenflüssen und einer überzeugenden Customer Journey verbunden wird. Denn eins ist klar: Der Wettbewerb wird nicht kleiner. Fintechs, Neobanken, internationale Plattformen, all das verändert auch die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden. Darin liegt, sicher auch für die SKP, eine zentrale Aufgabe für die nächsten Jahre.

Gibt es Ideen, wie das Geschäft weiterentwickelt werden kann?

Ostermann: Es gibt natürlich immer wieder neue Impulse und Gedanken, die wir diskutieren. Vielleicht brauchen wir Produktansätze, die sich ausdifferenzierter um Kundengruppen kümmern, oder die sich mit der Verbindung von Leasing und Kreditkompetenz beschäftigen. Wir sehen heute im Autogeschäft, gerade bei Elektrofahrzeugen, dass die Leute nicht mehr kaufen wollen, sondern nutzen. Da ist ein Kredit vielleicht gar nicht das richtige Produkt. Vielleicht brauchen wir eine Nutzungslösung mit einer Kombination und Leasing- und Verwertungskompetenz. Fest steht: Es gibt genug Stoff, um das SKP-Geschäft weiterzuentwickeln.

Was möchten Sie der SKP mit auf den Weg geben?

Evers: Bleibt mutig, guckt nach vorne, guckt auf die Kunden. Nutzt die Chancen, auch solche, die sich aus Krisen und Problemen ergeben.

Ostermann: 15 Jahre SKP zeigen, was möglich ist, wenn man gemeinsam anpackt, wenn Partnerschaft gelebt wird und wenn man bereit ist, auch im Verbund neue Wege zu gehen. Und genau darum geht es auch mit Blick auf die Zukunft.

Kai Ostermann ist Vorsitzender des Aufsichtsrats bei S-Kreditpartner. Als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leasing ist er für Themen wie die strategische Positionierung des deutschen Mittelstands, die Ausweitung des Kundenmanagements, das Verbundgeschäft mit den Sparkassen, Internationalisierung und den Ausbau standardisierter Lösungsangebote zuständig.

Dr. Johannes Evers ist Mitglied im Aufsichtsrat bei S-Kreditpartner. Als Vorstandsvorsitzender der Berliner Sparkasse verantwortet er das Kunden- und Projektmanagement, Organisations- und Produktivitätsmanagement, die Unternehmensentwicklung sowie die Revision.

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Vor 15 Jahren schlossen sich Deutsche Leasing und Berliner Sparkasse (damals LBB) zusammen und gründeten S-Kreditpartner – unternehmerisch, ohne Umweg über Verbandsgremien. Kai Ostermann und Dr. Johannes Evers blicken auf die Gründungsjahre zurück, wie die SKP den Rückstand aufholte und zu einem geschätzten Verbundpartner wurde, mit heute fast zwei Dritteln aller Sparkassen in Vollkooperation und über 5 Milliarden Euro Neugeschäft im Jahr. Im Ausblick geht es um künftige Erfolgschancen unter der Voraussetzung von technologischer Skalierbarkeit, Daten, Marktveränderungen durch Fintechs und Neobanken sowie neue Ideen rund ums Kreditgeschäft.

Sie haben mal gesagt, die SKP habe nicht nur Prozesse verbessert, sondern eine neue Haltung zum Konsumentenkredit geschaffen. Was meinen Sie damit konkret?

Dr. Johannes Evers: Der Konsumentenkredit wurde in der Sparkassenorganisation eher mit Zurückhaltung betrachtet, was unter anderem dazu führte, dass wir Marktanteile verloren haben. Ich bin der Ansicht: Zum Konsumentenkredit braucht man eine Haltung, und zwar eine Haltung der Verantwortung. […] Diese Haltung zu entwickeln und den Konsumentenkredit mit der Sparkassenidee zu vereinbaren, war auch eine Mission von S-Kreditpartner. Wir gewinnen mit der SKP auch deshalb Marktanteile zurück, weil die Haltung transportiert wird.

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„15 Jahre SKP zeigen, was möglich ist, wenn man gemeinsam anpackt, wenn Partnerschaft gelebt wird und wenn man bereit ist, auch im Verbund neue Wege zu gehen.“
Kai Ostermann, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Leasing AG

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