Der Name war von Anfang an Programm
Herr Haasis, die Gründung der S-Kreditpartner GmbH (SKP) fiel in Ihre Zeit als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. Welche strategischen Überlegungen haben Sie dazu bewegt, das Vorhaben von Deutscher Leasing und Landesbank Berlin/Berliner Sparkasse zu unterstützen?
Im Konsumentenkreditgeschäft waren die Sparkassen seit Jahrzehnten Marktführer. Zu Beginn dieses Jahrhunderts bröckelte das Neugeschäft jedoch ab. Dies hat sich beschleunigt und neben dem Verlust an die Genossenschaftsbanken kamen plötzlich neue Anbieter, die aufgrund von Scoringmodellen den Sparkassen Geschäft abnahmen.
Dabei sind Kredite an unsere Kunden ja „Brot- und Buttergeschäft“. Wir sind am nächsten bei den Kunden und kennen sie am besten. Ich wollte nicht einsehen, dass wir an Fremdanbieter so massiv Marktanteile verlieren.
Klar war für mich, dass das Geschäft bei den Sparkassen bleiben muss und wir die Ansprechpartner für die Kunden bleiben.
Aber es musste ein Weg gefunden werden, der unter dieser Prämisse die zentrale Abwicklung möglich macht, alles beschleunigt und die Mengenvorteile in der Verarbeitung die Sparkassen wettbewerbsfähig bleiben lässt.
Nach dem Kauf der Berliner Landesbank/Sparkasse gab es die Chance, einen solchen Anbieter zu haben: einer, der das Geschäft kennt und ausschließlich den Sparkassen gehört. Dazu passt exakt die Deutsche Leasing, die nach Übernahme von den Landesbanken ja dieselben Voraussetzungen erfüllte.
Haben sich Ihre Erwartungen von damals erfüllt?
Die Erwartungen haben sich mehr als erfüllt. Ich freue mich, dass S-Kreditpartner so gut ins Geschäft gefunden hat. Der Name war von Anfang an Programm!
Dank einer klugen Geschäftspolitik, die immer auf die Bedürfnisse der Sparkassen Rücksicht nimmt, wächst die Zahl der Kunden beständig. Eine tolle Entwicklung.
Was wünschen Sie der SKP für die Zukunft?
Ich wünsche dem Unternehmen weiterhin, dass es vom Vertrauen der Sparkassen getragen ist, dann ist weiteres Wachstum vorprogrammiert. Nicht ausruhen auf dem Erreichten, sondern immer neue Wege suchen, um die Leistungen zu verbessern. Das ist auch künftig der Schlüssel zum Erfolg.
Heinrich Haasis war von 2006 bis 2012 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Er führte die Sparkassen-Finanzgruppe erfolgreich durch eine der schwersten internationalen Finanz- und Wirtschaftskrisen und stellte Weichen für deren internationale Neuorganisierung. Die Bündelung der Finanzgruppe war ihm stets ein wichtiges Anliegen: Sparkasse lokal, Verbund zentral.