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Interview mit Marc Stühler, Head of Sales & Partnerships, Leaders of AI

KI ist kein Tool – sondern ein neues Teammitglied

„KI ist nicht das Ausrollen von Tool-Lizenzen – sie muss wie ein Teammitglied geführt werden.“
Marc Stühler, Head of Sales & Partnerships, Leaders of AI
„KI ist nicht das Ausrollen von Tool-Lizenzen – sie muss wie ein Teammitglied geführt werden.“
Marc Stühler, Head of Sales & Partnerships, Leaders of AI

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KI ist kein Tool – sondern ein neues Teammitglied

Im Interview erklärt Marc Stühler, warum KI-Einführung kein IT-Projekt, sondern ein Transformationsauftrag ist, weshalb Unternehmen nicht an Technologie, sondern an fehlender Skalierung scheitern – und warum Führungskräfte lernen müssen, KI wie ein Teammitglied zu führen.

Marc Stühler ist Head of Sales & Partnerships bei Leaders of AI und verantwortet den strategischen Ausbau von Wachstum und Partnerschaften. Zuvor hatte er Managementpositionen unter anderem bei Deutsche Bahn, Amazon und Taskrabbit inne. Leaders of AI versteht sich als Bildungsanbieter für die KI-Ära und experimentiert mit hybriden Organisationsformen aus Menschen und KI-Assistenten.

KI verändert Organisationen – nicht nur Prozesse

Welche Aufgaben übernimmt KI heute schon in Ihrem Unternehmen?

KI übernimmt überall dort Aufgaben, wo wir Schmerzpunkte haben. Das heißt, wir denken immer vom Prozess her und schauen, wo Bedarf besteht – und wie wir diesen gezielt durch Automatisierung oder KI unterstützen können.

Ein klassischer Arbeitsalltag sieht je nach Fachbereich unterschiedlich aus: Man ist – abhängig von der eigenen Funktion – mal stärker mit KI, mal stärker mit Menschen im Austausch. Durchgängig arbeitet man jedoch mit KI-Assistenten für die jeweiligen Anwendungsfälle zusammen.

Wir sprechen häufig davon, dass KI nicht einfach das Ausrollen von Tool-Lizenzen bedeutet, sondern wie ein Teammitglied geführt werden muss. Das wird im Alltag sehr konkret spürbar: Jeder – unabhängig von seiner Funktion – übernimmt dadurch eine Führungsverantwortung gegenüber KI.

Das ist ein großer Transformationsauftrag. Es geht darum, Organisationen auf ein hybrides Modell aus Menschen und KI auszurichten und sich im Arbeitsalltag echte Entlastung zu verschaffen. Die gewonnene Zeit soll für das Wesentliche genutzt werden: im Sales für den Austausch mit Kunden, im Kundenservice für die bestmögliche Betreuung der Teilnehmenden.

„KI ist nicht das Ausrollen von Tool-Lizenzen – sie muss wie ein Teammitglied geführt werden.“

Welche neuen Rollen entstehen im Unternehmen, wenn KI-Agenten zunehmend Aufgaben übernehmen?

Es entstehen neue Funktionen im Bereich AI-Engineering – also der Entwicklung, Steuerung und Integration von KI-Anwendungen. Noch wichtiger ist jedoch, die Fachabteilungen zu stärken. Denn diejenigen, die Prozesse verstehen und ihre Schmerzpunkte kennen, erzielen den größten Mehrwert mit KI.

Die Kombination aus Fachwissen und KI-Kompetenz wird entscheidend. Das bedeutet: Nicht nur neue Rollen entstehen – bestehende Rollen verändern sich grundlegend. KI-Wissen wird zunehmend essenziell, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Vom Experiment zur Produktivität

Viele Unternehmen experimentieren aktuell mit KI – welche Anwendungsfälle haben bei Ihnen den größten Produktivitätsgewinn gebracht?

Grundsätzlich hängt das stark vom jeweiligen Unternehmen und den konkreten Schmerzpunkten ab.

Im Marketing haben wir besonders große Produktivitätsgewinne erzielt. Unser Setup besteht aus einem KI-Manager – selbst ein KI-Assistent –, der weitere spezialisierte KI-Assistenten steuert. Diese kennen unsere Zielgruppe, unsere Stilistik und erhalten Feedback von digitalen Zwillingen unserer Kundengruppen, also simulierten Nutzerprofilen, die Inhalte bewerten. Das Ergebnis: Statt drei bis vier Werktagen benötigen wir für hochwertige Newsletter, Podcasts und weitere Inhalte nur noch zwei bis drei Stunden pro Woche.

Ein zweiter wichtiger Bereich ist die Bewertung von Case Studies in unseren Ausbildungsformaten. Die KI erstellt aus verschiedenen Perspektiven eine neutrale Erstbewertung. Die Dozenten übernehmen die Qualitätskontrolle, behalten die Entscheidungsgewalt und sparen gleichzeitig erheblich Zeit. Dadurch können wir sehr hochwertige, praxisnahe Auswertungen überhaupt wirtschaftlich anbieten.

Auch in der E-Mail-Bearbeitung sehen wir große Effekte: Jeden Montagmorgen finde ich für eingegangene E-Mails bereits Antwortentwürfe in meiner persönlichen Stilistik vor. Das System kennt den Kontext und vorherige Kommunikation. So sinkt der Aufwand von etwa sieben Minuten pro E-Mail auf rund zwei Minuten.

„Unternehmen bleiben im Experimentiermodus, wenn KI nicht als Transformationsauftrag verstanden wird.“

Was entscheidet, ob Unternehmen mit KI schnell messbare Ergebnisse erzielen – oder im Experimentiermodus stecken bleiben?

Entscheidend sind eine klare Strategie, ein Schulungskonzept für Mitarbeitende und die passende IT-Infrastruktur. Vor allem muss das Thema aktiv von der Geschäftsführung getrieben werden.

Unternehmen, die früh beginnen, ihre Organisation als Ganzes zu verändern – statt nur einzelne Leuchtturmprojekte aufzusetzen –, erzielen deutlich schneller messbare Ergebnisse.

Wenn ein Unternehmen heute erst anfängt, KI einzuführen: Was ist der größte Denkfehler, den Sie bei Führungskräften beobachten?

Der größte Denkfehler ist zu glauben, man komme mit einzelnen Leuchtturmprojekten weiter oder könne das Thema ins mittlere Management delegieren.

KI-Einführung betrifft die gesamte Organisation. Deshalb braucht es ein Schulungskonzept, das auf die Situation der einzelnen Fachbereiche eingeht und Kompetenzen entlang aller Rollen aufbaut.

Als pragmatischen Einstieg empfehlen wir Multiplikatoren: gezielt ausgewählte Personen an strategisch wichtigen Stellen der Organisation. Sie setzen erste Anwendungsfälle um, machen Effekte sichtbar und dienen als interne Beratungsfunktion. So lassen sich Skepsis und Ängste abbauen und Veränderung glaubwürdig skalieren.

Governance, Führung und der Wettbewerbsvorteil von morgen

KI wird leistungsfähiger – gleichzeitig steigen Governance- und Kontrollanforderungen. Wie viel Autonomie sollten Führungskräfte KI-Systemen gewähren?

Das hängt stark vom Anwendungsfall ab. Bei allem, was nach außen geht – etwa Kundenkommunikation oder Branding –, treffen wir die finale Entscheidung selbst.

Wir arbeiten mit verschiedenen Sicherungsmechanismen: Bestätigungsschleifen im System, Konsensusverfahren zwischen mehreren KI-Assistenten und internen Assessments, bevor ein KI-Assistent produktiv eingesetzt wird. Dabei simulieren wir tausende Szenarien und prüfen Sicherheit sowie Antwortqualität.

Wie verändert sich die Verantwortung von Führungskräften, wenn Entscheidungen zunehmend von KI vorbereitet werden?

Die Entscheidungsgewalt bleibt beim Menschen. Unser Slogan lautet: Tomorrow is human.

Menschen mit Fachexpertise sollten auch diejenigen sein, die KI-Systeme in ihrem Bereich steuern. Führung verändert sich dabei in drei Richtungen: Prozesse kritisch hinterfragen, gezielt Entlastung schaffen und den Fokus auf das Wesentliche legen. Führungskräfte übernehmen stärker eine Kontroll- und Steuerungsfunktion.

„Tomorrow is human: Die Entscheidungsgewalt bleibt beim Menschen.“

Warum ist breite KI-Bildung für Führungskräfte und Mitarbeitende so entscheidend – und was passiert in Unternehmen, die diesen Lernprozess verpassen?

Die Schlüsselkompetenz besteht darin, KI-Wissen mit der eigenen Arbeit zu kombinieren. Das schafft Entlastung in der Operative und Freiräume für Konzeption, Strategie und echte Differenzierung.

Breite KI-Bildung ist deshalb wichtig, weil Fachabteilungen selbst am besten wissen, was sie brauchen. Das darf nicht ausschließlich top-down gesteuert werden.

Unternehmen, die diesen Lernprozess verpassen, geraten zunehmend unter Druck – bei Produktivität, Leistungsfähigkeit und der Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells. Hinzu kommt ein struktureller Faktor: Der Fachkräftemangel wird weiter zunehmen. KI wird damit nicht nur Innovations-, sondern auch Kapazitätsthema.

Viele Führungskräfte fühlen sich von der Geschwindigkeit der Entwicklung überrollt. Wo sollten sie beginnen?

Die eigentliche Aufgabe besteht darin, Adaptionsgeschwindigkeit in Unternehmen zu bringen.

Organisationen müssen lernen, kontinuierlich zu lernen. Denn die technologische Entwicklung wird sich nicht verlangsamen. Wer jetzt eine Kultur der Anpassungsfähigkeit schafft, kann sich einen echten Vorsprung erarbeiten.

Welche Fähigkeiten werden künftig wichtiger: technisches Know-how oder die Fähigkeit, effektiv mit KI zusammenzuarbeiten?

Vor allem die Fähigkeit, effektiv mit KI-Assistenten, Automatisierungen und intelligenten Systemen zusammenzuarbeiten.

Es braucht ein modernes Führungsprofil: gut kommunizieren, konstruktives Feedback geben, kritische Fragen stellen und Systeme weiterentwickeln. Wer diese Fähigkeiten mitbringt, wird im Zusammenspiel mit KI erfolgreich sein.

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Warum KI-Einführung kein IT-Projekt, sondern ein Transformationsauftrag ist, weshalb Unternehmen nicht an Technologie, sondern an fehlender Skalierung scheitern – und warum Führungskräfte lernen müssen, KI wie ein Teammitglied zu führen. Ein Gespräch mit Marc Stühler, Head of Sales & Partnerships bei Leaders of AI, einem Bildungsanbieter für die KI-Ära, der mit hybriden Organisationsformen aus Menschen und KI-Assistenten experimentiert.

Welche Anwendungsfälle haben bei Ihnen den größten Produktivitätsgewinn gebracht?

Im Marketing steuert bei uns ein KI-Manager weitere spezialisierte KI-Assistenten – mit Feedback von digitalen Zwillingen unserer Kundengruppen. Das Ergebnis: Statt drei bis vier Werktagen brauchen wir für hochwertige Newsletter und Inhalte nur noch zwei bis drei Stunden pro Woche. Und jeden Montagmorgen finde ich für eingegangene E-Mails bereits Antwortentwürfe in meiner persönlichen Stilistik vor – der Aufwand sinkt von sieben auf zwei Minuten pro Mail.

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„KI ist nicht das Ausrollen von Tool-Lizenzen – sie muss wie ein Teammitglied geführt werden.“
Marc Stühler, Head of Sales & Partnerships, Leaders of AI

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